Leitbild Schulschach

Die Deutsche Schachjugend hat ein Leitbild zum Schulschach entwickelt, welches von der SJNRW vollkommen unterstützt wird.

Zielstellung

Schach in die Schulen und Kitas bringen, bundesweit flächendeckend, schulformübergreifend.

Warum Schulschach

Schach ist ein Kulturgut

Seit Jahrtausenden wird in allen Kulturformen rund um die Welt Schach gespielt. Zahlreiche Begriffe der Alltagssprache sind dem Schach entlehnt. Schach gehört zur Kultur wie Literatur, Musik. Daher sollte jeder Mensch in seinem Leben mit Schach in Verbindung gekommen sein.

Schach ist Bildung

Es fördert die Konzentrationsfähigkeit, die Ausdauer und das Problemlösen der Schülerinnen und Schüler, wirkt stark motivierend, da es das Denken belohnt und die Gefühlsebene an-spricht, gibt ein sofortiges Feedback und lehrt spielerisch, die eigenen Entscheidungen selbstkritisch zu betrachten. Schach ist damit Teil des Bildungsauftrages von Schulen.

Schach ist Sport

Schach ist ein Wettkampfspiel und der sportliche Vergleich gehört zum Schach. Für Vereine ist Schulschach Nachwuchsarbeit und Talentsuche.

Maßnahmen

Schach als Fach:

Schach wird verstanden als Bestandteil des Bildungsauftrages der Schulen und soll deshalb einen festen Platz im Schulangebot einnehmen. Dies ist mit abhängig von den föderalen Strukturen wie Bundesländern, Bezirken, Städten und Gemeinden, sowie den Schulformen und Kitas.

Denkbar sind etwa folgende Angebote: Schach als Fach mit Curriculum, Schach im Wahlpflichtbereich mit und ohne Benotung, Schach als Arbeitsgemeinschaft im Nachmittags-bereich und als offener Neigungskurs, als Pausenangebot und im Ganztagsschulbetrieb. 

Perspektivisch soll Schach verpflichtendes Schulfach in allen allgemeinbildenden Schulen werden.

Ausbildung:

Angestrebt wird eine qualitativ hochwertige und einheitliche Ausbildung von Schach-lehrern. Dafür ist die Lehrerausbildung voranzutreiben, da die Bedarfe an den Schulen durch lizenzierte Trainer / AG-Leiter nicht ausreichend bedient werden können. Langfristig soll die Lehrerfortbildung (gegebenenfalls die universitäre Ausbildung) im Schach in den Fortbildungs-instituten der Bundesländer durchgeführt werden.

Das Schulschachpatent soll permanent weiterentwickelt werden, auch durch eine regelmäßige Schulung der Ausbildenden.

Die Vernetzung der Ausbildung auf Vereins- und Schulschachebene ist notwendig und wird daher angestrebt.

Öffentlichkeitsarbeit

Mittels verschiedener Maßnahmen wie Handreichungen zu verschiedenen Themen, wie der Verbreitung des Qualitätssiegels „Deutsche Schachschule“, wie die Vernetzung mit der Vereinsdatenbank „schach.in“, soll die Öffentlichkeitsarbeit über Schach in Schulen, für Schach in Schulen gefördert werden. Vor allem aber durch die Erstellung einer Internet-Plattform (eine Indexseite, eine Suchseite, eine Datenbank mit allen Bundesländern) für alle Funktionsträger und Interessierte.

Diese soll unter anderen enthalten: Turniere in den Bundesländern / Übersicht der Schulen mit Schach-AGs / Übersicht der Deutschen Schachschulen / Lehrpläne / aktuelle Termintabellen zu Schulschachveranstaltungen wie Turniere, Ausbildung, sonstige / Materialsammlungen für den Schachunterricht / Ansprechpartner mit E-Mail-Anschrift / Zusammenfassungen der Studien über Schulschach und deren Wirkung.

Wettbewerbe

Die Deutschen Meisterschaften im Schulschach haben folgende Ziele:

– die besten deutschen Schulmannschaften ermitteln,

– an verschiedenen Orten Deutschlands stattfinden und den Bildungsaspekt berücksichtigen

  (Rahmenprogramm und Ausflüge),

– den sozial integrativen Charakter betonen und die Kinder motivieren, weiter Schach zu

  spielen,

– eine positive Außenwirkung für das Schach in Schulen erwirken.

Die Deutsche Meisterschaften werden in differenzierten Wettkampfgruppen ausgerichtet, die nach Kriterien wie zum Beispiel Alter und Schulform aufgeteilt sind.

Damit wird auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Bedürfnisse der Teil-nehmenden eingegangen. Einem gewissen Leistungsaspekt wird dadurch entsprochen, dass in den jüngeren Altersgruppen größere Teilnehmerfelder mitspielen als in den älteren (pyramidaler Aufbau).

Für alle Turnierformen (bestehende wie neu zu entwickelnde) sollte berücksichtigt werden:

– eine große Bandbreite an Schülern erreichen,

– eine Vielfalt ausbreiten, die über das reine Turnierschach hinausgehen (interdisziplinär) und

– Kontakte fördern zwischen Schülern, Schulen und Vereinen.

Schule und Verein

Es liegt in der alleinigen Verantwortung der Vereine die Voraussetzungen an den Schulen zu nutzen. Die DSJ ist hierbei initiierend tätig, zum Beispiel durch das Vernetzen von Schulen und Vereinen und durch Ausbildungsangebote.

Die Aufgabe der Vereine ist es, geeignetes Personal zur Verfügung zu stellen um fachlich beratend und organisatorisch tätig zu sein.

Verzahnung

Alle Kontakte, die eine Verbreitung des Schachs fördern, sollten aufgebaut werden und erhalten werden. Dabei sollte stets versucht werden, die Position des anderen zu verstehen, damit beide Seiten dauerhaft positiv davon profitieren.

(Jugendversammlung Potsdam März 2019)